Ein mittelständisches Unternehmen läuft. Aufträge kommen rein, Mitarbeiter arbeiten, Kunden sind zufrieden. Und dann fällt der Chef aus. Plötzlich. Für Wochen. Vielleicht länger.

Was passiert dann?

Genau diese Frage stellte Ingo Kahnt beim jüngsten Netzwerktreffen von fair-dienen.net in den Raum. Und die Antwort, die er mitbrachte, war unbequem. Die meisten Unternehmen haben für diesen Fall keine funktionierende Antwort.

Ingo Kahnt: ein neues Gesicht bei fair-dienen.net

Ingo Kahnt ist seit Kurzem Mitglied in unserem Netzwerk. Er kommt aus der Unternehmensberatung und hat mit Unternehmer Akuthilfe ein Angebot aufgebaut, das sich einer Frage widmet, die viele Unternehmer lieber nicht stellen wollen: Was wird aus meinem Unternehmen, wenn ich selbst nicht mehr da bin oder nicht mehr handeln kann?

Die Antwort darauf lautet für ihn nicht: mehr Versicherungen abschließen oder einen dicken Ordner anlegen. Sie lautet: wirksames Notfall-Management aufbauen, bevor es gebraucht wird.

Im Rahmen seiner 10-Minuten-Präsentation beim Netzwerktreffen stellte er seine Arbeit, seinen Antrieb und seinen Ansatz vor. Was danach im Raum blieb, war mehr als ein Vortrag. Es war ein Appell.

Das größte Risiko sitzt im Chefbüro

Ingo Kahnt beginnt seine Präsentation mit einem provokanten Satz: Das größte Risiko eines Unternehmens ist der Unternehmer selbst.

Das klingt paradox. Aber es ist logisch.

Der Inhaber kennt alle Passwörter. Er hat die entscheidenden Kundenbeziehungen. Er trifft die Finanzentscheidungen. Er weiß, wo die Verträge liegen. Und er glaubt, unersetzbar zu sein, was er in vielen Fällen auch tatsächlich ist, jedenfalls solange er keine Vorsorge getroffen hat.

Kahnt nennt das den „Unersetzbar-Effekt“. Viele Unternehmer sind stolz darauf, dass alles durch ihre Hände läuft. Was im Alltag wie Kontrolle aussieht, wird im Notfall zur Falle.

20 bis 25 Prozent: die unbequeme Statistik

Eine der eindringlichsten Aussagen in Kahnts Vortrag ist eine Zahl: 20 bis 25 Prozent.

So hoch ist das Risiko für einen Unternehmer, im Laufe seines Berufslebens durch Krankheit, Unfall oder Tod länger auszufallen. Jeder vierte bis fünfte Selbstständige trifft es. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie vorbereitet man dann ist.

Und dann folgt die nächste Zahl: 10 Prozent. Das ist der Anteil der Unternehmen, die auf diesen Fall wirklich vorbereitet sind.

Die Lücke zwischen diesen beiden Zahlen ist der Kern der Arbeit von Unternehmer Akuthilfe.

Warum die meisten nichts tun: Verdrängung

Kahnt erklärt das Auseinanderklaffen dieser Zahlen mit einem schlichten Begriff: Verdrängung.

Das Thema Notfall, Krankheit, eigene Sterblichkeit, ist kein angenehmes Gesprächsthema beim Unternehmertreffen. Man redet lieber über neue Märkte, Wachstumsziele, Investitionen. Das ist menschlich. Und gefährlich.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Viele Unternehmer haben das Thema schon einmal angeschnitten. Sie haben einen Ordner angelegt, vielleicht eine Vollmacht unterschrieben, einen Steuerberater gefragt. Und glauben damit, es erledigt zu haben.

Kahnt nennt das „sinnlose Formularsammlungen“. Dokumente, die im Notfall niemandem helfen, weil sie nicht in ein funktionierendes System eingebettet sind. Kein Mensch weiß, wo sie liegen. Kein Prozess greift. Niemand ist eingewiesen.

Drei Auslöser, die alles verändern

In seiner Präsentation nennt Kahnt drei Szenarien, die er immer wieder erlebt: Diagnose Krebs, Überlastung und der plötzliche Tod.

Diese drei sind keine Randphänomene. Krebs trifft Unternehmer wie jeden anderen auch. Überlastung und Burnout sind in der Selbstständigkeit überdurchschnittlich verbreitet. Und der plötzliche Todesfall, ob durch Herzinfarkt, Unfall oder anderes, ist genau das: plötzlich. Ohne Vorwarnung. Ohne Zeit, noch schnell alles zu regeln.

Was dann passiert, wenn niemand vorbereitet ist, hat Kahnt mehrfach erlebt. Familien, die nicht wissen, welche Konten existieren. Mitarbeiter, die nicht wissen, wen sie anrufen sollen. Kunden, die auf Angebote warten. Lieferanten, die Zahlungen nicht erhalten. Das Unternehmen steht still. Und gleichzeitig müssen Angehörige unter größtem persönlichem Druck Entscheidungen treffen, für die sie nicht vorbereitet wurden.

Fremdbestimmung vermeiden: der rechtliche Rahmen

Ein Aspekt, den Kahnt in seinem Vortrag besonders hervorhebt, ist das Thema Fremdbestimmung.

Wer keine Vorsorge trifft, überlässt im Ernstfall anderen die Kontrolle. Das können Gerichte sein, Nachlasspfleger, Behörden oder schlicht diejenigen, die am lautesten auftreten. Wer hingegen klare Vollmachten erteilt, Vertretungsregelungen definiert und Prozesse dokumentiert hat, bleibt auch dann handlungsfähig, wenn er selbst nicht mehr handeln kann.

Das ist keine Frage von Misstrauen gegenüber der Familie oder den Mitarbeitern. Es ist eine Frage der Vorbereitung. Wer einen Notfallplan hinterlässt, schützt genau die Menschen, denen er vertraut.

Sein Antrieb: keine Unternehmerfamilie soll existenzbedroht sein

Kahnt ist kein Theoretiker, der Checklisten verkauft. Er hat einen persönlichen Antrieb, den er offen ausspricht: Keine Unternehmerfamilie in Deutschland soll aufgrund von Krankheit, Unfall oder Tod in eine existenzbedrohende Lage geraten.

Das ist ein klares Statement. Und es erklärt, warum sein Ansatz über reine Beratungsarbeit hinausgeht.

Unternehmer Akuthilfe denkt Notfall und Prävention zusammen. Das Ziel ist kein vollständiger Ordner im Schrank. Das Ziel ist ein funktionierendes System, das im Ernstfall greift. Eines, das Menschen kennen und das angewendet werden kann.

Was wirksames Notfall-Management konkret bedeutet

Kahnt unterscheidet klar zwischen zwei Ebenen: der Notfall-Ebene und der Präventions-Ebene.

Die Notfall-Ebene umfasst alles, was im akuten Fall sofort greifen muss. Wer hat welche Vollmacht? Wer kennt die Bankzugänge? Wer kann kurzfristig Entscheidungen treffen? Wer informiert die Kunden?

Die Präventions-Ebene ist langfristiger angelegt. Sie fragt: Wie macht sich das Unternehmen weniger abhängig vom Inhaber? Welche Prozesse können dokumentiert und übergeben werden? Wie wird Wissen gesichert, das bisher nur im Kopf des Unternehmers existiert?

Beide Ebenen greifen ineinander. Und beide müssen aktiv gestaltet werden, nicht irgendwann, sondern jetzt.

Der Stabilitäts-Check: der erste Schritt

Für alle, die herausfinden wollen, wo sie stehen, bietet Kahnt einen Stabilitäts-Check an. Das ist kein Verkaufsgespräch, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie gut ist Ihr Unternehmen auf einen Ausfall vorbereitet?

Die meisten Unternehmer, die diesen Check machen, erleben eine Überraschung. Nicht weil alles schlecht ist, sondern weil viele Lücken sichtbar werden, die sie vorher nicht wahrgenommen haben.

Ein Thema, das fair-dienen.net bewegt

Kahnts Vortrag hat beim Netzwerktreffen etwas ausgelöst, was gute Präsentationen immer auslösen sollten: Gespräche, die danach weitergehen.

Mehrere Mitglieder haben im Anschluss den Kontakt zu ihm gesucht. Nicht weil es einen Anlass gab, sondern weil der Vortrag etwas klargemacht hat: Das Thema geht uns alle an. Ob Einzelunternehmer oder Geschäftsführer mit 30 Mitarbeitern.

Genau dafür ist fair-dienen.net da. Mitglieder, die ihr Wissen teilen. Offen, ohne Verkaufsdruck, auf Augenhöhe.

Ingo Kahnt ist ein Zuwachs, der gut zu uns passt.

Kontakt zu Ingo Kahnt

Wer mehr erfahren möchte oder den Stabilitäts-Check machen will, findet alle Informationen unter www.unternehmer-akuthilfe.de. Direkt erreichbar ist Ingo Kahnt per Mail unter kontakt@kahnt.consulting oder telefonisch unter +49 160 92683991.

Ingo Kahnt ist Mitglied bei fair-dienen.net, dem Unternehmernetzwerk aus dem Bergischen Land. Dieser Beitrag entstand im Anschluss an seine Präsentation beim Netzwerktreffen.