Zehn Minuten. Das ist die Zeit, die beim Business-Frühstück von fair-dienen.net für die Gastpräsentation vorgesehen ist. Janine Picard von OFENhepp brauchte keine Sekunde davon, um in die Gänge zu kommen. Mit einer durchdachten, bildstarken und inhaltlich überraschend vielschichtigen Präsentation führte sie uns durch ein Thema, das auf den ersten Blick simpel klingt und sich beim zweiten Blick als echter Gedankenanstoß entpuppt: Was bedeutet Feuer heute? Als Handwerk, als Designelement, als Energiequelle, als Resilienzstrategie und als Medizin für das überlastete Nervensystem.

Sylvia Matthäus hatte Janine als Gastrednerin eingeladen und damit eine Unternehmerin ins Rampenlicht gerückt, die für das steht, was fair-dienen.net schätzt: Fachwissen, Regionalität und Persönlichkeit.

29 Jahre Familienunternehmen mit Showroom im Schloss

OFENhepp wurde vor 29 Jahren in Solingen gegründet. Hinter dem Unternehmen stehen Oliver Hepp und Janine Picard, ein eingespieltes Team, das privat wie beruflich zusammenfindet. Seit 13 Jahren betreibt OFENhepp einen Showroom im Schloss Lüntenbeck in Wuppertal, einem historischen Gebäude mit Natursteinböden, Holzbalkendecken und dem richtigen Ambiente für ein Produkt, das Atmosphäre schafft.

Das Geschäftsfeld ist breit gefächert: Kaminöfen und Küchenherde bilden die klassische Basis. Dazu kommen individuell geplante Kamine, Speicheröfen und Kachelöfen, maßgefertigt für anspruchsvolle Bauherren und Renovierer. Als besonderes Alleinstellungsmerkmal vertreibt OFENhepp auch die Focus-Linie, hängende Designkamine aus Frankreich, die weniger Heizgerät als raumprägende Skulptur sind. Ergänzt wird das Portfolio durch eine sorgfältig ausgewählte Kollektion passender Kaminmöbel.

Die Fotos des Showrooms, die Janine zeigte, sprachen für sich: vier verschiedene Raumwelten mit jeweils eigener Ofeninszenierung, von puristisch-modern bis warm und wohnlich. Der Showroom ist kein Lager, er ist eine Bühne für das Produkt Feuer.

Heizen mit Holz: Das verkannte Klimaschutzargument

Ein zentrales Thema der Präsentation war die Ökobilanz des Holzheizens, und hier räumte Janine mit einem hartnäckigen Vorurteil auf. Holz gilt in der öffentlichen Debatte häufig pauschal als klimaschädlich. OFENhepp setzt dem eine differenzierte Argumentation entgegen.

Das Grundprinzip ist überzeugend: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Wenn Holz verbrennt, wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie der Baum zuvor während seiner Wachstumsphase durch Photosynthese aus der Atmosphäre aufgenommen und gespeichert hat. Der Kohlenstoffkreislauf ist damit geschlossen. Zumindest dann, wenn eine entscheidende Bedingung erfüllt ist: Das Brennholz muss aus der Region stammen. Kurze Transportwege sind der Schlüssel zur nahezu vollständigen Klimaneutralität. Wer Holz aus dem Ausland mit langen Lieferketten bezieht, verschlechtert die Bilanz erheblich.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Wärmepumpen als vermeintliche Einheitslösung war dieses Argument ein willkommener Kontrapunkt. Holz als Energieträger wird zu oft abgetan, ohne die Herkunft in die Kalkulation einzubeziehen.

Was Besitzer alter Öfen jetzt wissen müssen

Ein praktisch relevanter Teil der Präsentation galt einem Thema, das viele Eigenheimbesitzer noch nicht auf dem Radar haben: die Umrüstungspflicht für alte Kamin- und Kachelöfen. Janine erklärte die wesentlichen Fakten kompakt:

  • Die 1. BImSchV Stufe 2 gilt seit dem 01.01.2015 und regelt bundesweit die Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid bei Feuerungsanlagen.
  • Die letzte Übergangsfrist endete zum 31.12.2024. Betroffen sind Öfen mit Inbetriebnahme zwischen 1995 und 2010.
  • Ob der eigene Ofen noch zulässig ist, lässt sich schnell über das Zertifikatsportal cert.hki-online.de prüfen.

Dieser Abschnitt sorgte für spürbares Aufhorchen in der Runde. Mehrere Teilnehmer waren sich nicht sicher, ob ihr eigener Ofen noch den aktuellen Anforderungen entspricht. OFENhepp berät nicht nur bei neuen Anlagen, sondern auch bei der Nachrüstung und Modernisierung bestehender Öfen.

Focus Kamine: Wenn der Kamin zur Skulptur wird

Ein eigenes Kapitel widmete die Präsentation der französischen Designmarke Focus. Focus steht für eine völlig andere Ästhetik des Feuers: Die Kamine hängen von der Decke, sind frei im Raum positioniert und werden zur dominierenden Gestaltungsidee eines Interieurs. Die Produktlinie umfasst vier Varianten:

  • Wood by Focus „Pure authenticity“: der klassische Holzkamin als hängende Skulptur
  • Gas by Focus „Controlled passion“: volle Kontrolle über Flamme und Wärme per Knopfdruck
  • Bioethanol by Focus „Air of freedom“: ohne Schornstein, frei aufstellbar und rauchlos
  • Holographer by Focus „Spirit of fire“: ein Hologramm-Feuer für Orte, an denen echter Brand nicht möglich ist

Die Bilder überzeugten: Hängende schwarze Kaminschalen in lichtdurchfluteten Wohnräumen, minimalistische Architektur, die das Feuer in den Mittelpunkt rückt. Focus ist kein Massenprodukt, es ist eine Aussage.

Katastrophenschutz beginnt im Wohnzimmer

Eine der überraschendsten Folien trug den Titel: „Katastrophenschutz beginnt im Wohnzimmer.“ Janine argumentierte, dass der moderne Holzofen kein nostalgisches Einrichtungsstück ist, sondern ein ernstzunehmendes Infrastrukturelement.

Holzöfen funktionieren dezentral, stromunabhängig und ohne digitale Steuerung. In Krisenszenarien wie leeren Gasspeichern, Cyberangriffen auf kritische Infrastrukturen oder gezielter Sabotage liefern sie genau das, was unmittelbar gebraucht wird: verlässliche Wärme. Sie sichern die Bewohnbarkeit von Häusern, schützen Gebäude vor Frostschäden und ermöglichen es, im vertrauten Umfeld zu bleiben, statt auf externe Notversorgung angewiesen zu sein.

In Zeiten zunehmender Unsicherheit über die Verlässlichkeit zentraler Energieversorgung wird der gute alte Ofen plötzlich zum strategischen Asset. Kein anderes Heizgerät kann das leisten: unabhängig, lokal, sofort einsatzbereit.

Nervensystem runterfahren: Feuer als Gesundheitsthema

Den emotionalen Abschluss bildete eine Folie, die niemand erwartet hatte: „Nervensystem runterfahren.“ Janine erklärte, dass Feuer neurobiologisch auf uns wirkt, und zwar messbar. Das Betrachten eines Feuers aktiviert den Parasympathikus, jenen Teil des Nervensystems, der für Entspannung, Verdauung, Regeneration und die Senkung der Herzfrequenz zuständig ist. Der Atem wird langsamer, der Puls sinkt, innere Unruhe lässt nach. Feuer wirkt wie ein natürliches Reset.

Mit diesem Gedanken verband Janine das Unternehmensverständnis von OFENhepp: „Handwerk mit Leidenschaft und Herzensthema Gesundheit.“ OFENhepp verkauft keine Öfen. OFENhepp verkauft Lebensqualität.

Eine Präsentation, die Feuer macht

Janine Picard hat in zehn Minuten mehr transportiert als viele Unternehmenspräsentationen in einer Stunde. Sie begann mit einem Unternehmen und seiner Geschichte, führte über Produktbilder und handfeste Regulatorik zu einem Klimaschutzargument, das überzeugt, und schloss mit einem Gedanken, den man so nicht erwartet hatte: dass Feuer Medizin sein kann.

Wer vorher über einen neuen Kamin nachgedacht hatte, tat es danach mit mehr Dringlichkeit. Wer noch nie daran gedacht hatte, fing an. Und wer einen alten Ofen zu Hause hat, griff vermutlich noch am gleichen Tag zum Smartphone, um cert.hki-online.de aufzurufen.

OFENhepp im Schloss Lüntenbeck ist kein Laden, in dem du einfach einen Ofen kaufst. Es ist ein Ort, an dem du verstehst, warum Feuer zur menschlichen Grundausstattung gehört. Und warum es heute mehr ist als je zuvor.